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Wallbox in der Mietgarage

(vom 07.12.2017)

Wer ein Eigenheim besitzt, kann jederzeit eine Wallbox installieren. Doch was für Möglichkeiten haben Mieter? Wird neu gebaut, planen Wohnungsunternehmen zwar immer öfter Ladestationen ein. Bei Bestandsbauten dagegen kann es kompliziert werden.

Den Wagen abends an das Ladeterminal stöpseln, morgens frisch aufgetankt losfahren – so einfach haben es E-Auto-Fahrer, die ein Eigenheim besitzen und eine Wallbox installiert haben. Wer jedoch seinen Wagen in einer Mietgarage oder auf einem zu einer Eigentümergemeinschaft gehörigen Stellplatz parkt, für den kann es unter Umständen schwierig werden, seinen Stromer zu Hause aufzutanken.

Abhängig vom Wohlwollen des Vermieters
Denn anders als in manch anderen Ländern gibt es in Deutschland keine Regelung, die besagt, dass die Installation von Ladestellen nicht behindert werden darf. Sind, was in vielen Garagen der Fall ist, keine Steckdosen vorhanden, ist der Mieter bzw. Eigentümer auf das Einverständnis des Vermieters beziehungsweise der Eigentümergemeinschaft angewiesen. Eine elektrische Installation gilt als bauliche Veränderung, deshalb müssen Miteigentümer oder Vermieter zustimmen. Manche Eigentümer lehnen das ab, weil sie fürchten, die Stromleitungen könnten überlastet werden.

Selbst wenn es in der Garage Steckdosen gibt, sollten (potenzielle) Elektroautofahrer einen guten Draht zu ihren Nachbarn bzw. dem Vermieter haben. Da bei einer schwachen Installation Kabelbrand droht, ist es nicht ideal, das Ladekabel an eine normale Steckdose mit 230 Volt zu hängen. Also besser eine Wallbox kaufen. Doch hier gilt das Gleiche wie bei den Steckdosen: Vermieter und Miteigentümer müssen das Anbringen genehmigen. Zusätzlich muss der Besitzer des Elektroautos dafür sorgen, dass die Installation mit einem eigenen Stromzähler ausgestattet ist. Der Extra-Zähler ist nötig, um sicherzustellen, dass derjenige, der sein Fahrzeug auflädt, auch den Strom bezahlt.

Stimmen Vermieter beziehungsweise Miteigentümer zu, bleibt noch die Frage: Wer zahlt? Das wird in der Regel der E-Fahrer sein. Auch mit der Zustimmung des Vermieters muss er die Kosten selbst übernehmen. Bei einer Elektroinstallation, dem Einbau einer Wallbox plus eines gesonderten Stromzählers kommen schon ein paar Tausend Euro zusammen. Rein rechtlich hat der Vermieter beim Auszug sogar einen Anspruch darauf, dass der Mieter die Ladestation auf eigene Kosten wieder entfernt.

Kommt der Rechtsanspruch?
Bislang gibt es für Mieter und Mitglieder einer Eigentümergemeinschaft keinen gesetzlichen Anspruch darauf, eine Wallbox installieren zu dürfen. Möglicherweise setzt der Dieselskandal hier neue Impulse. Im August 2017 hatte Bundesregierung im Rahmen des „Nationalen Forum Diesel“ (Dieselgipfel) erklärt, dass sie das Wohnungseigentumsrecht anpassen will, um den Ausbau privater Ladepunkte zu erleichtern. Wie genau die Reform aussehen könnte, ist allerdings noch unklar.

Quelle: Smarter fahren - Wallbox in der Mietgarage: https://www.smarter-fahren.de/wallbox-in-der-mietgarage/ 

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